LICHT

11.Apr.2019 —
05.Mai.2019

Keine gestalterische Tradition dürfte global bedeutender und erfolgreicher sein als die des Bauhauses. Das Bauhaus gilt als Modell und Versuch der Künste, Takt – und Formgeber von technischen, sozialen und politischen Umwälzungen zu sein und diese ästhetisch zu begleiten.

Das Thema LICHT spielte hier eine tragende Rolle und symbolisierte den mit dem Bauhaus verbundenen Fortschrittsglauben und die dabei grundsätzlich aufklärerische und transparente Haltung.

Aus dieser Haltung wurde eine Utopie (Der NEUE MENSCH) ausformuliert. Von einer künstlerischen und gestalterischen Elite für den individuellen Menschen, aber auch zum Wohl der demokratischen Gesellschaft. Dies geschah in einem neuartigen interdisziplinären und offenen Bildungs- und Produktionsprozess.
„LICHT und Raum“, „LICHT und Bild“, „LICHT und Architektur“...Es scheint also ob LICHT einerseits als Hauptmedium des Bauhaus und zugleich als dessen bildhafter Bedeutungsträger fungiert.

TRY AGAIN FAIL AGAIN FAIL BETTER startet den Versuch über die Vorgehensweisen der verschiedenen Gattungen der Kunst eine historische Distanz zum Bauhaus aus heutiger Sicht zu erschaffen. So zeigt die erste Festivaleinheit LICHT verschiedene zeitgenössische interdisziplinäre Positionen und Ansätze von Künstler und Künstlerinnen in unterschiedlichen räumlichen und gedanklichen Kontexten sowie in Formaten von Ausstellungen, Installationen, Peformances, Gesprächen, Workshops und einer Party.

Programm

11.04.2019 — 05.05.2019

Robert Henke: LICHT – cos/sin

Licht- und Klanginstallation

Das LICHT als eine der zentralen ästhetischen Kategorien am Bauhaus löste die Grenzen zwischen bildender und darstellender Kunst auf und bildet eine Metapher für Transparenz und Aufgeklärtheit im Bild des Neuen Menschen. Im SANAA-Gebäude der Folkwang Universität der Künste präsentiert Robert Henke eine eigens für diesen Ort entwickelte LICHT- und Klanginstallation mit dem Titel „cos/sin“. Farbe, Rhythmus, Bewegung und Klang werden im Raum erfahrbar. Der Titel „cos/sin“ bezieht sich auf zwei mathematische Funktionen, die für das Programmieren und Inszenieren der Installation relevant sind. Robert Henkes LICHT-Medium ist der Laser. Der Laser als künstlerisches Medium verbindet eine relativ junge Technologie (leistungsstarke optische Halbleiter) mit einem geradezu archaischen Prozess: Zur Erzeugung von Figuren mit Lasern müssen mechanische Spiegel sehr schnell bewegt werden. Die sich daraus ergebenden Limitierungen der Möglichkeiten der Projektionen wirken sich systembedingt auf den Umgang mit dem Medium aus und erzwingen eine klare visuelle Formensprache.
Künstlerischer Ausgangspunkt aller seiner Arbeiten ist die Auseinandersetzung mit maschinellen Ästhetiken; mit aleatorischen Prozessen und Algorithmen, die er zu komplexen generativen Systemen formt. Das resultierende Wechselspiel zwischen expliziter determinierter Kontrolle sowie intendierter Unvorhersehbarkeit sind charakteristisch für seine Arbeiten.
Robert Henke ist Komponist, Künstler und Programmierer mit Konzerten und Ausstellungen u. a. im Centre Pompidou (Paris), Tate Modern (London), MoMA PS-1 (New York), Unsound (Krakau), CTM (Berlin), MUTEK (Montreal) und Sónar (Barcelona). Er lebt und arbeitet in Berlin.

Kurator cos/sin: Fabian Lasarzik

Mit freundlicher Unterstützung von LaserAnimation Sollinger, Berlin.

Mi—So, feiertags 12:00—18:00 Uhr,
Eröffnung: Mi, 10.04.2019, 19:00 Uhr

SANAA-Gebäude [A35]
UNESCO-Welterbe Zollverein,
Areal A [Schacht XII],
Gelsenkirchener Straße 209,
45309 Essen

28.04.2019 — 05.05.2019

Anna Reschucha: Denkfiguren / Sophia Uckmann: Ovals & Cyanotypes - Korrespondenzausstellung

Fotografie, Lichtbild und Video

Korrespondenzausstellungen zum Thema LICHT mit Absolvent*innen der Folkwang Universität der Künste.

Sophia Uckmanns Fotografien beziehen sich auf die Grundbe- dingungen des Mediums, indem Zeit und LICHT als Werkzeug und das Negativpapier als Material fungieren. Ihr künstlerischer Prozess wird weder durch die Kamera noch durch einen Gegenstand bestimmt. Der Begriff der Fotografie wird ausgeweitet und neu befragt.
Anna Reschuchas fotografischen Experimente knüpfen an das frühe Verfahren der Chronofotografie an. Bewegungen beim Denken werden mit Hilfe der Lichtaufzeichnung sichtbar gemacht. Die dabei experimentell erzeugten Spuren konstruieren modellhafte Annahmen über Bewegung. Denken lässt sich als aktive Tätigkeit auffassen, die Spuren in der Welt hinterlässt. Sich diesen Spuren mit Hilfe eines scheinbar sinnlosen Experiments anzunähern, ist der Ausgangspunkt ihrer fotografischen Rauminstallation.

Mi—So, feiertags, 12:00—18:00 Uhr,
Eröffnung: 27.04.2019, 17:00 Uhr

Halle 2 [A2]
UNESCO-Welterbe Zollverein,
Areal A [Schacht XII],
Halle 2 [A2],
Gelsenkirchener Straße 181,
45309 Essen

27.04.2019

Go for Good I. The Good and All

Performance mit Studierenden des Instituts für Zeitgenössischen Tanz an der Folkwang Universität der Künste

In der Performance-Reihe „Go for Good“ werden in jeder Festivaleinheit prägnante Treppen auf dem Areal des UNESCO-Welterbes Zollverein zum konkreten Ort tänzerischer Auseinandersetzungen. Die Titel der einzelnen Inszenierungen entstammen Samuel Becketts „Worstward ho“. „The Good and All“ ist die erste Performance der Reihe, die im imposanten und lichtstarken Treppenhaus des Ruhr Museums startet. Unter der Leitung der Choreografin und Folkwang Absolventin Marie- Lena Kaiser interpretieren Tänzer*innen der Folkwang Universität der Künste das berühmte Gemälde „Bauhaustreppe“ (1932) von Oskar Schlemmer als Bewegungsmotiv im Raum.

Bitte beachten Sie, dass wir für diese Aufführung aus Sicherheitsgründen nur eine begrenzte Zahl von Besucher*innen zulassen können.

Sa,27.04.2019, 19.00-19.30 Uhr

Ruhr Museum, Innentreppe [A14]
UNESCO-Welterbe Zollverein, Areal A [Schacht XII], Kohlenwäsche [A14],
Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen

27.04.2019

LICHT und Sein

Talkrunde Denken ohne Geländer

Die Festivalwochen werden durch die vierteilige Talkrunde „Denken ohne Geländer“ eröffnet. Die Künstler*innen der ersten Festivaleinheit LICHT diskutieren gemeinsam mit weiteren Gästen ernsthaft theoretisch, aber auch kurzweilig und konkret über das Bauhaus.
„Ein Spiel bewegter gelber, roter, grüner und blauer Lichtfelder in organisch bestimmten Abstufungen aus der Dunkelheit entwickelt zur höchsten Leuchtkraft“ so beschreibt der Bauhaus Künstler Ludwig Hirschfeld-Mack seine 1922 entwickelten reflektorischen Farbspiele. Der Satz könnte sich aber auch in einem Katalog zu Robert Henkens Laserinstallationen finden. Die Medientheoretikerin Marietta Kesting (Akademie der Bildenden Künste München) spricht mit dem Künstler über die die kulturgeschichtliche Einordnung seiner Arbeiten. Der Schriftsteller Bernd Cailloux ergänzt die Runde mit Auszügen aus seinem autobiografischen Roman „Das Geschäftsjahr 1968/69“ über jene Wendezeit, als das Stroboskop das Bewusstsein der Deutschen mit Lichteffekten erweiterte.

Gäste: Robert Henke, Bernd Cailloux, Marie-Lena Kaiser, Prof. Dr. Marletta Kesting, Anna Reschucha und Sophia Uckmann
Moderation: Dr. Frank Raddatz und Fabian Lasarzik

Sa, 27.04.2019, 20.00-22.00 Uhr

Die Veranstaltung wurde in Halle 6 verlegt.
UNESCO-Welterbe Zollverein, Areal A [Schacht XII], Halle 6 [A6],
Gelsenkirchener Straße 181, 45309 Essen

03.05.2019

Denk-Labor-LICHT

Ein Workshop mit Studierenden aus unterschiedlichen Fachdisziplinen

Das LICHT als grenzüberschreitendes Medium bestimmt die technische Wahrnehmungswelt unserer Gegenwart. Wie reagiert die aktuelle Kunst? Wie setzt sie sich mit dem LICHT als schöpferische Kraft auseinander?
Studierende unterschiedlicher Disziplinen arbeiten im Denklabor spartenübergreifend. Neben der Ausstellungen der ersten Festivaleinheit werden die Lichtapparaturen, die Farblichtspiele und weitere Lichtexperimente des Bauhaus aus heutiger Perspektive betrachtet. Gemeinsam mit Robert Henke uns weiteren Künstler*innen der ersten Festivaleinheit suchen sie nach gemeinsamen Schnittmengen und schärfen dabei ihr eigenes künstlerisches oder wissenschaftliches Profil.

Für dieses Angebot ist eine Anmeldung erforderlich. Es richtet sich Exklusiv an Studierende.
Anmeldung für externe Studierende bitte an: info@tryagainfailagain.de

Fr. 03.05.2019, 12.00-18.00 Uhr

SANAA- Gebäude [A35]
UNESCO-Welterbe Zollverein, Areal A [Schacht XII], Gelsenkirchener Straße 209, 45309 Essen

04.05.2019

No Matter, Fail Better

Club Party

„Sage mir, wie du Feste feierst und ich werde Dir sagen, wer du bist.“ Oskar Schlemmer, 1929

Die Partys am Bauhaus sind legendär. Der ungezwungene und von gesellschaftlichen Konventionen befreite Austausch etablierte ein neues Gemeinschaftsgefühl. Als Referenz feiern auch wir Partys, allerdings ohne Kostüme und Masken und mit elektronischer Musik statt mit Jazz. Die Integration der Technik in Kunst und Gestaltung ist eine der großen Errungenschaften des Bauhauses und manifestiert sich in der Parole „Kunst und Technik- eine neue Einheit“. Die damals begonnene Interaktion von Mensch und Maschine findet ihre Entsprechung in der elektronischen Musik der Gegenwart.
In der Veranstaltungsreihe „Exit Strategy“ mit ihren Residents Glaserfeld und Parlour Gang kommen Techno-Artists aus UK (Randomer/Clone, L.I.E.S.) und USA (Anthony Parasole/Ostgut Ton, Dekmantel) erstmals nach Essen. Zudem performt Robert Henke ein quadrophones Live Set unter seinem Alias Monolake (LIVE SURROUND) in der atmosphärischen Trichterkulisse der Mischanlage.

Eine Veranstaltung von „Exit Strategy“ im Rahmen von „Try Again, Fail Again, Fail Better- Impuls Bauhaus“. Karten im allgemeinen Vorverkauf 13-19€ zzgl. Servicegebühren, an der Abendkasse 25 €

Sa, 04.05.2019, 22.30-08.00 Uhr

Mischanlage, Trichterebene [C70]
UNESCO-Welterbe Zollverein,Areal C [Kokerei], Mischanlage [C70]
Kokereiallee 71, 45141 Essen

24.05.2019 —
30.06.2019

KÖRPER

↘ Young-Jae Lee

→ Veranstaltungen

Gefördert im Fonds Bauhaus heute der